Deel II: Ich Hore die Axt hat geblüht
Deel V: Das angebrochene Jahr
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I. Psalm
Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm,
niemand bespricht unsern
Staub.
Niemand.
Gelobt seist du, Niemand.
Dir zulieb wollen
wir blühn.
Dir
entgegen.
Ein Nichts
waren wir, sind wir, werden
wir bleiben, blühend:
die Nichts-, die
Niemandrose.
Mit
dem Griffel seelenhell,
dem Staubfaden himmelwüst,
der Krone rot
vom Purpurwort, das wir sangen
über, o über
dem Dorn.
II. Ich höre, die Axt hat geblüht
Ich höre, die Axt hat geblüht,
ich höre, der Ort ist nicht nennbar,
ich höre, das Brot, das ihn ansieht,
heilt den erhängten,
das Brot, das ihm die Frau buk,
ich höre, sie nennen das Leben
die einzige Zuflucht.
III. Schneepart
Schneepart, gebäumt, bis
zuletzt,
im Aufwind, vor
den für immer entfensterten
Hütten:
Flauchträume schirken
übers
geriffelte Eis:
die Wortschatten
heraushaun, sie klaftern
rings um den Krampen
im Kolk.
IV. Feldmaus
Mit der Stimme der Feldmaus
quiekst du herauf,
eine scharfe
Klammer,
beißt du dich mir durchs Hemd und Haut,
ein Tuch,
gleitest du mir auf dem Mund,
mitten in meiner
dich Schatten beschwerende
Rede.
V. Das angebrochene Jahr
Das angebrochene Jahr
mit dem modernden Kanten
Wahnbrot
Trink
aus meinem Mund.
VI. Unlesbarkeit
Unlesbarkeit dieser
Welt. Alles doppelt.
Die starken Uhren
geben der Spaltstunde recht,
heiser.
Du, in dein Tiefstes geklemmt,
entsteigt dir
für immer.